Gerry Armstrong

Der Kanadier Gerry Armstrong ist ein ehemaliger Scientologe und nun einer der größten Kritiker der Scientology Organisation. Armstrong war L. Ron Hubbards Biograph und sollte eine offizielle Hubbard-Biographie verfassen, kam aber 1979 nach Einsicht in geheime und private Dokumente zu der Erkenntnis, dass er die Arbeit aufgrund erheblicher Widersprüche und Wahrheitsdefizite nicht vollenden konnte, weil die huldvoll ausgeschmückten Geschichten über L. Ron Hubbards Leben zum grössten Teil nicht stimmten. Nach seinem Ausstieg erklärte ihn Scientology zu einer Suppressive Person.

Scientology Laufbahn

Armstrong trat 1969 in die Scientology Organisation ein und verbrachte dort mehr als 12 Jahre. In den letzten elf Jahren war er Mitglied der Sea Org und bekleidete dort unter anderen die Positionen des Rechtsoffizier, des Presserefferenten und die des Nachrichtenoffiziers an bord des „Flagschiffs Apollo“.

In seinen letzten beiden Jahren in der Sea Org war er dafür zuständig persönliche Dokumente von L. Ron Hubbard zu sammeln und für dessen Biografie zu katalogisieren und archivieren. Bei seinen Recherchen fand er Unterlagen die belegten dass Hubbard über die meisten Ereignisse in seinem Leben gelogen hatte: seine Ausbildung, Abschlüsse, Familie, Erkundungen, Militärdienst.

Gerry versuchte den Führungskräfte von Scientology die jahrelangen Irrtümer über ihren Glaubensbegründer aufzuzeigen und sie dazu zu bewegen diese zu korrigieren - statt dessen wurde er mehrmals mehrstündigen Sec-Checks unterzogen und von Hubbard selbst für 25 Monate ins RPF geschickt. Danach flüchtete er vor Scientology.

Fair Game und Gerichtsprozesse

Gerry Armstrong wurde von Scientology "Fair Game" erklärt und fürchtete sich dass seine Frau und er von Scientologen nicht nur durch Gerichtsverfahren, sondern auch körperlich angegriffen werden würde.

Er übergab die Dokumente, die er zur Sortierung von Scientology erhielt, an seinen Anwalt um sie vor möglicher Zerstörung durch Scientologen zu sichern und um Beweismaterial gegen sie in der Hand zu haben, sollten sie ihn vor Gericht ziehen wollen. Des weiteren ging er mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit um sich so weiter vor möglichen tätlichen Angriffen von Scientology zu schützen.

Doch als Scientology davon erfuhr dass Armstrong die Dokumente über Hubbard an seinen Anwalt übergab, zogen sie vor Gericht. In diesem Zeitraum wurden nicht nur Armstrong, sondern auch sein Anwalt Michael Flynn von Scientology bedroht. Sie drangen unter anderem in dessen Anwaltskanzlei ein, bestachen Kriminelle für Falschaussagen vor Gericht und starteten Black PR Kampagnen.

1986 entschied das Gericht dass Gerry Armstrongs Gründe, diese Dokumente an seinen Anwalt weiterzugeben, berechtigt waren. Scientology mußte Armstrong daraufhin, im Gegenzug für seinen Ablass auf Ansprüche von der Scientology Organisation (SO), 800.000 $ zahlen. Desweiteren musste Armstrong eine Unterlassungserklärung unterzeichnen nach dem er weder schriftlich noch mündlich den Inhalt der Dokumente über Hubbard verbreiten darf. Für jeden Bruch dieser Erklärung sollte er 50.000 $ an die SO zahlen.

Trotz dieser Auflage verbreitete er den Inhalt der Unterlagen und weigert sich die Strafen zu zahlen. Diese wurden nach dem 131. Bruch der Unterlassungserklärung aufgrund der unverschämt hohen Summe auf 3.600 $ und 26 Tage Haft herabgesetzt - Gerry gab an in Britisch-Columbia zu leben und erschien nie zur Gerichtsverhandlung und wurde nie verurteilt.

Quellen und weitere Informationen

 
scientology/kritiker/gerry-armstrong.txt · Zuletzt geändert: 24.06.2011 09:55 (Externe Bearbeitung) · [Ältere Versionen]