Die wichtigste Teilorganisation und tragende finanzielle Säule der Scientology Organisation ist der,
zur Verbreitung der „Hubbard- Management-Technologie“, gegründete internation Wirtschaftsverband „World Institute of Scientology Enterprises“ (WISE).
Ihm sind alle Unternehmen, die nach scientologischen Lizenzen wirtschaften, angeschlossen.
„WISE“-Mitgliedsfirmen, die Hubbards „Technologie“ als Personal-, Management- oder Unternehmensberater verkaufen, führen bis zu 15 % ihres Bruttoumsatzes (nicht nur ihres Gewinns) an die Scientology Organisation als Lizenzgebühr ab.
Diese Einnahmen werden zum weiteren Ausbau des Systems benutzt.
Scientology gibt offen zu, dass es Aufgabe des „WISE“-Topmanagements ist, die „Verwaltungstechnologie von L. Ron Hubbard in Spitzenunternehmen ihres Landes, anderen Vereinigungen, Gemeinden, Ländern und Regierungen einzuführen“.
Firmen, die nach den scientologischen Prinzipien umstrukturiert werden,
legen neben den Personalakten auch „Ethik-Akten“ von Mitarbeitern an.
Betriebsangehörige müssen über Kollegen heimtückische „Wissensberichte“ anfertigen und Angestellte werden zur Teilnahme an scientologischen Kursen gedrängt.
Wer sich weigert, die „scientologische Ethik“ im Betrieb zu akzeptieren, muss mit einer Kündigung rechnen.
Aktiv sind „WISE“-Firmen vor allem im Bereich von Personalvermittlung und Managementschulungen, sowie in der Computerbranche und im Immobiliengeschäft.

Das Kursangebot von WISE wird „Model of Admin Know How“ (MAKH) genannt und umfasst vor allem
Seminare zu den Themen Kommunikationsfähigkeit, „Ethik“ im Betrieb,Organisation sowie Management nach Statistiken.
Hinweise auf Scientology gibt es dabei in der Regel zunächst nicht.
Folglich können Betroffene anfangs kaum erkennen, dass sie in das Umfeld der SO geraten sind.
Häufig sind die angebotenen Trainings nahe zu identisch mit einführenden Scientology-Kursen, aber für unbefangene Betrachter können allenfalls Copyright-Vermerke wie
„L. Ron Hubbard Library“ ,

„Hubbard College of Administration“ (HCA)
oder „Hubbard Management System“
Rückschlüsse auf WISE zulassen.
HUBBARDs „Technologie“ wird zunächst als bloßes „Managementwerkzeug“ mit teils banalen und teils
durchaus praktikablen Elementen vermittelt.
Die umfassende Umsetzung des Konzepts mündet jedoch in eine schleichende Ideologisierung des Betriebs.
Am Ende steht ein autoritäres Kontroll- und Disziplinierungsinstrument, das Modell für die gesamte Gesellschaft sein soll.
Mit „WISE Charter Committees“ (WCC) will die Scientology Oganisation eine Art interne Paralleljustiz schaffen.
WISE-Mitglieder sollen bei zivilrechtlichen Streitigkeiten, etwa wegen strittiger finanzieller Ansprüche, nicht den ordentlichen Rechtsweg beschreiten, sondern diese über das WCC regeln.
Entgegen dem vordergründigen Eindruck handelt es sich nicht nur um ein bloßes Schlichtungsangebot.
Vielmehr sollen rechtliche Auseinandersetzungen gemäß dem WISE-Mitgliedschaftsvertrag „ausschließlich auf WISE Linien erledigt werden (…).
Sie sind endgültig und bindend und können nur durch den Kaplan in WISE International überprüft werden.“
Eine „Nichtbefolgung“ gilt laut einem internen Leitfaden als „Schwerverbrechen.“
Durch eine Expansion von WISE sollen die WCC, langfristig auf die Wirtschaft ausgeweitet werden.
Weiterhin gab es in Baden-Württemberg Berichte von Betroffenen, dass scientologische Arbeitgeber versucht haben, Beschäftigte für die SO zu werben.
Dabei sei auch unterschwellig Druck ausgeübt worden.
Zudem dient WISE der Geldbeschaffung.
Aus einzelnen WISE-Firmen sollen jährlich Summen in bis zu sechsstelliger Höhe an die Scientology Organisation geflossen sein.
Ein Verzeichnis der WISE Firmen in Deutschland: